„Familienzusammenführung“ mit Leo

Ich war zwar nicht bei der ersten Reise 1967 dabei (ich bin Jahrgang 1968) aber bei der Jubiläums-Woche „50 Jahre CMH 2015“ in den Bugaboos. Zum Heliskiing und zur perfekten Organisation von Ihnen und CMH gibt es nicht viel zu sagen. Es war einfach herrlich! Tolles Wetter im April, eine bunte Truppe aus aller Welt von verrückten Skifahrern, die zu einer wahren Familie zusammenwuchsen, über 50.000 Höhenmeter und eine relativ frisch renovierte Lodge, die keine Wünsche offen ließ. 

Was aber die Woche unverwechselbar machte, war die Tatsache, dass Leo Grillmair mit dabei war. Damals schon 86 Jahre alt und seit 63 Jahren in Kanada. Leo war gemeinsam mit Hans Gmoser der Mitbegründer von CMH. Jeden Abend kam „Leo´s Story“. Alle hörten ihm gespannt zu, wie er von seiner ersten Lawinenverschüttung, dem Hubschrauberabsturz, den jungen Wilden erzählte, die im Sommer die Pfade anlegten. Geradezu faszinierend war auch seine Geschichte, als er mit Hans beim Bezirksgouverneur war und fragte, ob er in den Bugaboos eine Hütte bauen dürfte. O-Ton Gouverneur: „Where the hell is that?“ So bauten die Österreicher Jahrzehnte lang ihren Traum aus. Als der Innenminister von Kanada Ende der 70er Jahre die Lodge besuchte, war es vorbei mit dem „Umsonst und Draußen“. Seither bezahlt CMH der Landesregierung ein Entgelt für die Nutzung der Berge …

Nie werde ich auch vergessen, wie Leo mir mit seinem österreichischen Dialekt am Kamin seine Geschichte erzählte. Sie waren sieben Kinder, und der Hof und die Berufe waren verteilt, so dass er einfach gezwungen war, seine Heimat zu verlassen. Als er hörte, dass ich aus Stuttgart komme, sagte er, dass er viele Jahre einen Freund dort gehabt hätte. Dieser sei in den 70er Jahren regelmäßig hierher gekommen und auch seine Söhne seien immer wieder hier gewesen und hätten auch schon auf der Lodge gearbeitet. Leider hätte er keine Telefonnummer und Adresse von ihm. Ich versprach ihm mich darum zu kümmern.

Zu Hause wurde ich dank Internet fündig. Ich rief an, und es meldete sich ein älterer Herr, wohl in den Jahren von Leo. Er war überwältigt von mir und meiner Suche nach ihm. Auch er erzählte, wie er zum ersten Mal nach Kanada kam. Hier waren es die Freunde Kästle und Pepi Erben in Lech am Arlberg, die volle Überzeugung leisteten und ihn bewegten, Heliskiing in Kanada auszuprobieren. Nach einer Stunde Telefonat gab ich ihm die Rufnummer von Leo. Wir vereinbarten nochmals zu telefonieren. Wochen später erzählte er mir, dass er damals noch am selben Tag Leo anrief und lange mit ihm telefoniert hatte. Ich war überglücklich, zwei Veteranen vom Heliskiing wieder zusammen gebracht zu haben.

Das ist doch ein tolles Beispiel, wie das Heliskiing Menschen verbindet! 

Es ist und bleibt ein wahrhaftiger Traum, der immer mal wieder erfüllt werden muss.
Der einzige Nachteil: „Es macht süchtig!“

Mathias Acher